[Intro] Narben aus Licht, unter Staub und schwarzem Stoff. Sie brennen nicht mehr, sie zeigen nur, wo ich offen war. [Verse 1] Am Morgen nach dem roten Himmel steht die Stadt in blassem Grau. Die Mauern wirken nicht mehr größer, nur älter, müder, rau. Ich sitz auf einer Treppenstufe, die Kälte steigt durch meinen Rock. In meiner Hand ein kleiner Splitter, vom Fenster, das gestern zerbrach. [Pre-Chorus] Ich dreh ihn langsam gegen Licht, er schneidet nicht, wenn ich ihn halte. So ist es wohl mit manchen Wunden, wenn man nicht mehr vor ihnen faltet. [Chorus] Narben aus Licht, ihr bleibt auf meiner Haut. Nicht als Beweis für Niederlage, sondern weil der Morgen schaut. Narben aus Licht, ihr seid kein Makel, kein Gericht. Was mich gezeichnet hat, besitzt mich nicht. [Verse 2] Ich gehe durch die kleine Gasse, wo Wäscheleinen leer verwehn. Ein Kinderschuh liegt in der Rinne, als würde Zeit dort schlafen gehen. Ich hab mich früher oft versteckt vor allem, was man an mir sah. Jetzt trag ich jede feine Linie wie etwas, das mich näher macht. [Pre-Chorus] Nicht jede Narbe sucht nach Mitleid, nicht jede Spur verlangt nach Wort. Manche leuchten nur im Stillen und führen einen weiter fort. [Chorus] Narben aus Licht, ihr bleibt auf meiner Haut. Nicht als Beweis für Niederlage, sondern weil der Morgen schaut. Narben aus Licht, ihr seid kein Makel, kein Gericht. Was mich gezeichnet hat, besitzt mich nicht. [Quiet Bridge] Ich muss nicht schön zerbrochen sein, nicht stark für jeden Blick. Ich darf auch müde weitergehen, und finde doch zurück. [Build-up] Das Cello hebt die Straße an, das Piano zählt den Tag. Ein Sonnenstreif fällt durch Beton, genau dorthin, wo Asche lag. [Final Chorus] Narben aus Licht, ihr bleibt und werdet weit. Ihr seid die feinen hellen Linien auf dem dunklen Kleid der Zeit. Narben aus Licht, ich trag euch offen im Gesicht. Was mich gezeichnet hat, besitzt mich nicht. [Outro] Der Splitter fällt in einen Riss, ein kurzer Klang, dann Ruh. Ich stehe auf und geh weiter, mit meinen Zeichen dazu.